100 Prozent führen – auch in Teilzeit: Die Chancen der Teilzeitarbeit in Führungspositionen

Teilzeitarbeit gilt in vielen Unternehmen noch immer als «Karrierebremse» oder sogar «Karrierekiller» – für Frauen genauso wie für Männer. Und dies trifft besonders auf Führungspositionen zu. Dabei liegt in der Teilzeitarbeit grosses Potenzial, gerade mit Blick auf den drohenden Mangel an Fachkräften. Darauf macht die Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel in ihrem aktuellen Infoletter aufmerksam.

Seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hat die Diskussion um die Zukunft des Schweizer Arbeitsmarkts an Brisanz gewonnen. Der Trend ist klar: Mehr als eine Million Menschen werden in den nächsten zehn Jahren pensioniert, gleichzeitig rücken weniger Junge nach. Gemäss Schätzungen ist ein Mangel von bis zu einer halben Million Arbeitskräfte zu erwarten. Und diese müssen nun hauptsächlich im Inland gefördert werden.

Ungenutztes Fachkräftepotenzial aktivieren
Eine Lösung, um ungenutztes Fachkräftepotenzial zu aktivieren, wäre die vermehrte Teilzeitarbeit in Führungspositionen. Denn «Teilzeit» bedeutet nicht gleich 50, sondern beginnt schon bei 90 oder 80 Prozent – und ist in Führungspositionen heute dennoch kaum akzeptiert. So gibt es in der Schweiz zwar viele gut ausgebildete Frauen. Sie arbeiten aber oft in Positionen, für die sie überqualifiziert sind. Gleichzeitig wünschen sich auch immer mehr Männer die Möglichkeit, in Teilzeit zu führen. Tatsächlich plädieren die Jungen der Generation Y grundsätzlich für diese zeitliche Flexibilität im Beruf. Unternehmen, die sich auf diese Veränderungen einstellen und reduzierte Pensen – auch in Führungspositionen – anbieten, bringen sich gut in Stellung im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende.

Fakten belegen: Führung in Teilzeit lohnt sich
«Tatsache ist: Führung in Teilzeit ist angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll», sagt Leila Straumann, Leiterin der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt. Im Weg stehen dem meist die Unternehmenskultur und das Verständnis von Führung. Vor allem die sogenannte Präsenzkultur, in der die Leistung, das Engagement und die Identifikation mit dem Unternehmen an der Anwesenheit der Mitarbeitenden gemessen werden.

Impulse für die Praxis
«Wichtig ist eine verstärkte Information und Auseinandersetzung mit dem Thema Teilzeitarbeit in Führungspositionen», so Leila Straumann weiter. Deshalb hat die Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel das Thema für 2016 in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Im aktuellen Infoletter kommt Matthias Mölleney, Experte für Personalmanagement zu Wort, und Beispiele aus kleinen, mittleren und grossen Betrieben bieten Impulse für die Praxis.

Hinweise:

Die Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel setzt sich für familienfreundliche Arbeits- und Rahmenbedingungen in der Wirtschaftsregion Basel ein. Als Public Private Partnership, koordiniert von der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern Basel-Stadt, dient sie dem Austausch und der Vernetzung von privaten und öffentlichen Arbeitgebenden, Wirtschaftsverbänden und Verwaltungsstellen.

Den Infoletter der Familienfreundlichen Wirtschaftsregion Basel und weitere Informationen finden Sie auf www.familienfreundliches-basel.ch

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