Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit – Familie und Arbeitswelt im Gesundheitswesen

Der Schweiz gehen die Fachkräfte aus, darunter gerade auch die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachleute. Einer der Knackpunkte: Wer im Gesundheitswesen Beruf und Familie unter einen Hut bringen will, steht vor grossen Herausforderungen. Dabei würden familienfreundliche Arbeitsmodelle und -bedingungen grosses Potenzial für Spitäler oder Pflegezentren bieten. Dieses Potenzial stand im Mittelpunkt der Veranstaltung «Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit – Familie und Arbeitswelt im Gesundheitswesen», die heute im Universitätsspital Basel stattgefunden hat.

Lange Arbeitstage und -nächte, unregelmässige Einsätze, Pikettdienst: Eine familienergänzende Kinderbetreuung ist für Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachleute oft sehr schwer zu organisieren. Ihr Beruf ist von Werten geprägt, die sich an überdurchschnittlicher Präsenz und hoher Arbeitsbelastung orientieren, Teilzeitstellen sind rar – vor allem auf Kaderstufe. Und das, obwohl sich laut Studien die Rendite dadurch um bis zu acht Prozent erhöhen würde.

Familienfreundliche Arbeitsmodelle steigern die Rendite «Familienfreundlichkeit ist je länger, desto mehr ein Erfolgsfaktor. Das gilt für die Wirtschaft, aber auch für das Gesundheitswesen», brachte Regierungsrat Lukas Engelberger in seinem Grusswort das Thema der gut besuchten Veranstaltung auf den Punkt. Innovative Arbeitgebende gehen daher neue Wege, um Fachkräfte zu finden und zu binden. Gabriel Schär, Chefarzt der Frauenklinik Aarau, sagte in seinem Workshop, dass familienfreundliche Arbeitsmodelle zu einer Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende ausgestaltet werden könnten – selbst bei Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit: Das Commitment zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf heisse nicht immer, «zu allen Bedürfnissen ja zu sagen». Diese Chancen und Herausforderungen wurden auch anhand der Beispiele und Erfahrungsberichte der weiteren Expertinnen und Experten des Bürgerspitals Solothurn und des Universitätsspitals Basel angeregt diskutiert.

Hinweise:

Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel
Die Veranstaltung ist eine Initiative der Familienfreundlichen Wirtschaftsregion Basel in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Basel. Die Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel setzt sich für familienfreundliche Arbeits- und Rahmenbedingungen in der Wirtschaftsregion Basel ein. Als Public Private Partnership, koordiniert von der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern Basel-Stadt, dient sie dem Austausch und der Vernetzung von privaten und öffentlichen Arbeitgebenden, Wirtschaftsverbänden und Verwaltungsstellen.
www.familienfreundliches-basel.ch

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